mit dem „ecosystemizer“ die chancen im business-ökosystem verorten
Der Ecosystemizer-Ansatz von Prof. Dr. Julian Kawohl stellt einen Paradigmenwechsel vom klassischen Produktdenken hin zu domänenbasiertem Ecosystem-Thinking dar und fordert Unternehmen auf, sich als Teil dynamischer Business-Ökosysteme zu verstehen und zu handeln. Das Ecosystemizer-Framework liefert eine strukturierte Basis für die Verortung des eigenen Unternehmens und die strategische Aufstellung.

Vom Produktfokus zum Ökosystem-Ansatz
Statt in isolierten Branchen sollte ein Unternehmen heute in weitreichenden Domänen wie Mobilität, Gesundheit oder Wohlbefinden agieren. Diese Domänen überschneiden sich und erfordern Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg, um komplexe Herausforderungen zu lösen und kollektiven Mehrwert zu schaffen. Die klassische Perspektive – Produkteffizienz und Optimierung – reicht laut Kawohl alleine nicht mehr aus, da sie das Potenzial für Innovation limitiert.

Anders als Plattformen, die lediglich Angebot und Nachfrage zusammenführen, geht das Ökosystem weit darüber hinaus. Kawohl vergleicht dies mit einem Club: Die Tanzfläche ist die Plattform, beim Ökosystem kommen Gäste, Personal, Infrastruktur, Gastronomie und vieles mehr zusammen, die nur in diesem Zusammenspiel zusammen funktionieren.
Zusammenarbeit als Innovationstreiber
Kawohl betont, dass kein Unternehmen die vielseitigen Herausforderungen der heutigen Zeit alleine bewältigen kann. Erst die Zusammenarbeit verschiedener Akteure und die Offenheit für externe Perspektiven ermöglichen wirkliche Fortschritte. Während viele Mitarbeiter im Unternehmen auf effiziente Abläufe achten, sind es insbesondere die Innovatoren, die mit neuen Ideen und Sichtweisen den Wandel ermöglichen.
Während Michael Porters klassische Wettbewerbsstrategien (“Market-based View”) Unternehmen lange geprägt haben, ergänzt Kawohl diese also um die Notwendigkeit domänenübergreifender Kooperationen (eine Perspektive, die er “Domain-based View” nennt). Wertschöpfung entsteht künftig immer stärker durch kollaborative Ökosysteme, nicht nur durch Konkurrenz in Markt- oder Produktbereichen.

Das Ecosystemizer-Framework
Kernstück dieses Ansatzes ist das Ecosystemizer-Framework, das Unternehmen hilft, den Wandel praktisch umzusetzen. Es setzt die Bedürfnisse und das Verhalten der Menschen in den Fokus unternehmerischer Entscheidungen und erforscht Lebensbereiche wie Mobilität und Wohlbefinden, um Wachstumschancen zu identifizieren. Unternehmen können je nach ihren Stärken unterschiedliche Rollen innerhalb des Ökosystems übernehmen, von Orchestratoren bis zu Ermöglichern. Im Zentrum steht die Frage, in welchen Lebensbereichen (z.B. Mobilität, Gesundheit, Spiritualität) das Unternehmen einen Beitrag leisten und Wachstumspotenziale nutzen kann.

